Der Standard - 08. Juni 2004 - 19:22 MEZ

Neuseeland kämpft um Walschutzpark


Bislang weigert sich die Inselgruppe Palau aufgrund finanzieller Probleme - neusee­ländischer Außenminister Goff interveniert

Wellington/Koror - Neuseeland will die kleine mikronesische Inselgruppe Palau dazu bewegen, den pazifischen Walschutzpark zu errichten. Das kleine Land hatte sich bis jetzt strikt geweigert, der Errichtung der Schutzzone zuzustimmen. Grund dafür war die massive finanzielle Unterstützung Japans. Nun hat sich der neuseeländische Außenminister Phil Goff stark gemacht und wird direkt bei der Regierung in Koror intervenieren, berichtet der New Zealand Herald.

Umfassende Schutzzone

Grund für Eile ist das bevorstehende Treffen der International Whaling Commission (IWC) in Sorrent in Italien im kommenden Monat. Dort soll der Vorschlag Australiens und Neuseelands auf eine umfassende Schutzzone im Pazifik durchgebracht werden. Bisher waren die pazifischen Nationen aber nicht erfolgreich, da ihnen einige Staaten zu den notwendigen 75 Prozent der Stimmen fehlen.

Blau-, Fin-, Sei-, Buckel- Minke- und Pottwal

Umweltschützer werfen der japanischen Regierung vor auf Kosten von Entwicklungshilfegeldern den Schutzplan zu verwerfen, berichtet das Environmental News Network ENN. Palau, ein 20.000 Einwohner-Staat im westlichen Pazifik, ist wegen seiner einmaligen Unterwasserwelt ein bevorzugtes Tauchtourismusziel. Nach Angaben der Umweltschützer ist Palau aber nicht das einzige Land, das Japans Bestrebungen unterstützt.

Die Schutzzone im Pazifik würde ebenso wie jene im Südatlantik um die Antarktis die Spezies Blau-, Fin-, Sei-, Buckel- Minke- und Pottwal vollständig unter Schutz stellen. Japan, der weltweit größte Konsument von Walfleisch, argumentiert damit, dass weitere Wale genauer wissenschaftlich untersucht werden müssten und sobald die Zahl der Tiere groß genug geworden sei, eine bestimmte Zahl jährlich zum Jagen freigegeben werden müsste. In der IWC war Japan jedenfalls höchst aktiv, um seine Unterstützungserklärungen von den Kleinstaaten zu erhalten, erklärte Goff. (pte)

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