Norwegisches Forschungsinstitut beantragt erneut Tötung von 60 Delfinen

(CS) - Freitag, 26. April 2002

Genau ein Jahr nachdem die norwegische Regierung den Antrag auf Tötung von 60 Delfinen abgelehnt hat, bringt die WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society, in Erfahrung, dass der Plan revitalisiert wurde. Das norwegische Meeresforschungsinstitut hat erneut beantragt, 60 Weißseitendelfine und Weißschnauzendelfine im Atlantik für „wissenschaftliche“ Zwecke zu töten.

Die WissenschaftlerInnen geben vor, im Rahmen einer Dreijahresstudie die Nahrungsgewohnheiten der beiden Delfinarten zu untersuchen, um das „Ökosystemmanagement zu verbessern“. Für die WDCS spiegelt sich darin die Strategie der japanischen Walfänger wider, die Meeressäuger für den Rückgang der Fischbestände verantwortlich zu machen, um damit die kommerzielle Jagd auf Meeressäuger zu rechtfertigen.

Bereits im vergangenen Jahr rief der Plan internationale Proteste hervor. Auch Bundesumweltminister Jürgen Trittin äußerte erhebliche Bedenken gegenüber der Tötung von Delfinen im Namen der Wissenschaft und intervenierte bei seinem norwegischen Amtskollegen. Nicolas Entrup, Sprecher der WDCS in Deutschland, erachtet das Programm als erneute Provokation gegenüber bestehenden Schutzbestimmungen und regionalen Schutzabkommen: „Die Tötung der Tiere ist sozusagen 1 cm nördlich jenes Breitengrades angesetzt, bei dem der offizielle Schutz der beiden Delfinarten im Rahmen des Abkommens zur Erhaltung der Kleinwale in der Nord- und Ostsee endet“.

Die 60 Delfine sollen beim Schwimmen in den Bugwellen per Gewehrschuss in den Kopf getötet und dann mittels einer Harpune fixiert werden. Einen weiteren Forschungsschwerpunkt sollen

Untersuchungen über den Schadstoffgehalt der beiden Delfinarten bilden. „Das gesamte so genannte wissenschaftliche Programm ist inakzeptabel, ethisch nicht vertretbar und wissenschaftlicher Humbug.  Zum einen liegen zahlreiche Daten über die Schadstoffkonzentrationen in Kleinwalen im Atlantik vor, zum anderen müssen Delfine nicht getötet werden, um an diese Daten zu gelangen“, kritisiert Entrup.

Quelle/Text: (link:http://www.wdcs.org)WDCS

 

 

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