Weit weniger Pottwale als angenommen (CS) - Donnerstag, 18. April 2002

Die Zukunft der Meeressäuger mit dem größten Gehirn des Planeten ist ungewiss.

Bei der heutigen Pressekonferenz der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) präsentierte Prof. Dr. Hal Whitehead, international renommierter Walforscher, Aufsehen erregendes Datenmaterial.

Er beweist, dass sich weit weniger Pottwale in unseren Meeren tummeln als angenommen. Die vorliegenden wissenschaftlichen Informationen lassen stark daran zweifeln, dass sich der Pottwalbestand von der jahrzehntelangen, intensiven kommerziellen Bejagung erholt hat.

Nach Whiteheads Aussagen "ist eindeutig belegt, dass vorangegangene Bestandsschätzungen unzutreffend sind. Obwohl es noch immer Ungewissheit über die Situation einiger Populationen gibt, steht fest, dass Pottwale unbedingt geschützt bleiben müssen".

Dr. Whitehead schätzt den weltweiten Pottwalbestand auf nur mehr etwa 60.000 Tiere. Dies ist ein Fünftel des bislang angenommenen Bestandes. Im Gegensatz zu den aktuellen Erkenntnissen geht die japanische Walfanglobby von einem weltweiten Bestand von 1,5 bis 2 Millionen Pottwalen aus. Nicolas Entrup, Sprecher der WDCS in Deutschland, sagt: "die Öffentlichkeit muss sich vor Augen halten, dass allein 1965 etwa 25.000 Pottwale getötet und die Sozialstrukturen der Bestände zerstört wurden".

Die Jagd auf dIe vor allem durch Moby Dick bekannt gewordenen Säugetiere wurde 1988 eingestellt. Im Jahr 2000 begann die japanische Walfangflotte jedoch erneut Pottwale im Nordwestpazifik zu töten. 13 Pottwale fielen den Harpunen seither zum Opfer. Japan will die Fangaktivitäten fortsetzen. "Pottwale sind stark mit Quecksilber verseucht. Das Fleisch ist nicht für den menschlichen Konsum geeignet. Zieht man auch die Auswirkungen der Meeresverschmutzung und des stark ansteigenden Unterwasserlärms in Betracht, so kann man nur einen Schluss ziehen: die Jagd auf

Pottwale muss umgehend eingestellt und die Einhaltung des Walfangverbots eingefordert werden!" mahnt Entrup. Japan beruft sich auf Artikel VIII der Internationalen Walfangkommission (IWC), der Bestimmungen vorsieht, nach denen Wale für wissenschaftliche Zwecke getötet werden können. "Die IWC hat jedoch die japanischen Walfangaktivitäten nicht akzeptiert, sondern verabschiedet nahezu jedes Jahr eine Resolution, in der Japan aufgefordert wird, die Fangaktivitäten einzustellen" erläutert Sue Fisher, Kampagnenleiterin der WDCS.

Quelle/Text: (link:http://www.wdcs.org)WDCS

 

 

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