Tödlicher Lärm für Wale

Franz Alt

+ 21.02.2004 +

Sonarsyteme der US-Marine stehen zunehmend im Verdacht, für die Orientierungslosigkeit von Walen in den Ozeanen und damit für deren Tod verantwortlich zu sein.


Sonargeräte erzeugen Schallwellen im Frequenzbereich von 3.000 bis 7.000 Hertz mit einer Lautstärke von bis zu 230 Dezibel, was über Wasser dem Lärm eines Flugzeuges entspricht. 

Am 15. März 2001 strandeten 16 Wale und Delfine zeitgleich orientierungslos auf den Bahamas. Zur selben Zeit hatte die US-Navy dort in der Meeresenge zwischen Great Babaco und Eleutherea ein Sonargerät zur U-Boot-Jagd eingesetzt. 

Sowohl in mehreren Gerichtsurteilen wie auch in einem gemeinsamen Untersuchungsbericht der Marine und der US-Fischereibehörde wird der Zusammenhang zwischen dem Wal-Sterben und dem Lärm der Militärs bestätigt. Bisher hatten die Militärs diesen Zusammenhang bestritten.

Schon im Mai 1996 standen die Sonarsysteme von Militärs im Verdacht, Massenstrandungen verursacht zu haben. 12 Guvier-Schnabelwale waren am griechischen West-Peloponnes gestrandet. Im Oktober 2002 stoppte ein Bundesgericht in San Francisco laufende Versuche der National Science Foundation zur Vermessung des Meeresbodens. Im selben Monat verordnete ein US-Gericht der US-Navy eine Sendepause. 

Neue Tests der Navy mit Sonargeräten wurden im August 2003 endgültig untersagt. Ausnahme: Nur in fischarmen Pazifikteilen dürfen die US-Militärs heute noch ihre lautstarken Versuche durchführen. 

Walstrandungen gab es zwar schon immer - aber sie haben in den letzten Jahren mit dem vom Menschen verursachten Lärm in den Meeren zugenommen. 

In den Ozeanen - einst riesige Orte der Stille - herrscht heute eine Kakophonie von Schallwellen. Bohrer auf der Suche nach maritimen Gas - und Ölvorkommen, Schiffsmotoren und Militärs machen einen Heidenlärm. Der Krach in den Ozeanen hat sich in den letzten 50 Jahren etwa verdoppelt.

Strittig ist natürlich die Grenze des Lärms für die Meeressäuger. Unstrittig ist inzwischenallerdings, dass der wachsende Lärm bei der zunehmenden Desorientierung von Walen eine Schlüsselrolle spielt.

Quelle: http://www.sonnenseite.com/fp/archiv/Akt-News/4407.php

 

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