EU will Kleinwale besser schützen

Delfine und Kleinwale sollen in den Gewässern der Europäischen Union künftig besser vor
dem Erstickungstod in Treibnetzen bewahrt werden.

Brüssel (dpa) - Die EU-Agrarminister einigten sich in der Nacht zum Dienstag auf ein
Maßnahmenpaket, dass von 2005 an schrittweise greifen soll. Jährlich verenden vermutlich 10 000 dieser geschützten Säugetiere als Beifang in den Netzen der Hochseefischerei. Da sie zum Atmen an die Wasseroberfläche müssen, ersticken sie qualvoll.


Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast sagte am Dienstag zu dem nach schwierigen Verhandlungen gefundenen Kompromiss: «Wir sind bei diesem wichtigen
Thema einen großen Schritt voran gekommen.» Sie habe lange darauf gedrungen, dass die Kommission Schutzmaßnahmen vorlegte. «Auch wenn die Entscheidung ein
Kompromiss ist, sind die wesentlichen Elemente erhalten geblieben.» Der amtierende EU-Ratsvorsitzende, der irische Minister Dermot Ahern, sagte: «Was wir heute beschlossen haben, wird diese Tiere wirksam schützen.»

In der Ostsee wird laut dem Beschluss zwischen 2005 und 2008 schrittweise ein Verbot
der Treibnetzfischerei umgesetzt. Zudem sollen die Fangflotten mit akustischen Geräten ausgerüstet werden, um die Tiere abzuschrecken. Beobachter sollen an Bord die
Schutzmaßnahmen überwachen. In einigen Delegationen gab es gegen die Vorschriften
Widerstände, da sie mit Kosten verbunden sind, wie Diplomaten berichteten. So kostet beispielsweise ein Signalgeber 100 Euro. Treibnetze können bis zu 21 Kilometer lang sein. Um die Säuger wirksam abzuschrecken, muss jeden Kilometer ein Gerät installiert
sein.

 

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