IWC und der kleine Schritt in Richtung Walschutz
Färinger müssen die Walmassaker stoppen


- Günter Merker -


55. Sitzung der Internationalen Walfangkommision (IWC) tagte
vom 16.06.-19.06. 2003 in Berlin. ECOP-marine war dabei.

BERLIN 23. Juni 03 - Mit der am letzten Montag verabschiedeten
"Berliner-Initiative" vereinbarten - unter Leitung der deutschen
Verbraucherschutzministerin Renate Künast - die der IWC
angeschlossenen Länder, sich in Zukunft auch für den Schutz der
Kleinwale (Delfine, Tümmler, Schweinswale u.s.w.) einzusetzen.
Es stimmten 25 Länder dafür und 20 Länder gegen die Resolution,
die am 1. Sitzungstag auf der Tagesordnung stand.

Für die Faeroer-Inseln bedeutet dies, dass sie ihre jährlichen
Grindwalmassaker einstellen müssen. Bisher haben die Färinger sich immer
darauf zurückgezogen, nicht den EU-Gesetzen zu unterliegen, obwohl sie
jährlich über Dänemark mit massiven EU-Geldern subventioniert werden.

Bis zu 2000 Grindwale, die zu den Kleinwalen gehören, fallen bisher
jährlich dieser blutigen Tradition zum Opfer. ECOP-marine hat aufgrund
dieses Schutzbeschlusses der IWC jetzt einen Beobachterposten auf den
Färinger Inseln bezogen um die Einhaltung dieser Verordnung zu
überwachen.

Die Annahme dieser Resolution gleich zu Beginn der Konferenz war
ein großer Erfolg. Walschutz wird nun als Kernanliegen der IWC
anerkannt und der Nutzungsgedanke tritt in den Hintergrund. Dass
nun der Wal-SCHUTZ einen höheren Stellenwert als bisher führte
aber zu Protesten der unverbesserlichen Walfangnationen Japan,
Norwegen und Island und die Diskussionen über die Ausweitung
der Walschutzgebiete, zum Whale-Watching und andere pro-Whale
Verhandlungen wurden von den Walfängern beträchtlich gestört.
Daher war die Berliner Konferenz nur ein kleiner Schritt in die
richtige Richtung.

Island versucht über den Weg des sogenannten "wissenschaftlichen
Walfang" - einer völlig unsinnigen Ausnahmeregelung - in den
nächsten zwei Jahren 500 Wale zu töten, u.a. auch streng
geschützte Großwale wie den Seiwal.

Japan drohte sogar die Tagung zu verlassen und die Unterstützung
der IWC einzustellen. Hätten sie es getan, wäre Japan kein Mitglied
der IWC mehr, der wissenschaftlichen Walfang müsste eingestellt
werden - alles andere wäre illegal. Daher blieb Japan doch dabei.

Das japanische Fischereiministerium erlaubt es den Fischern aber
weiterhin Wale, die als Beifang in die Fischerei-Netze gelangen zu
töten und auch das Fleisch dieser Wale auf den japanischen
Märkten zu verkaufen. Mit diesem Beschluss werden japanische
Fischer animiert auch weiterhin Wale gezielt zu verfolgen, zu fangen
und zu töten. Kontrollen gibt es nicht, denn gegen diese haben sich
die Walfangnationen bisher erfolgreich gewehrt.

Nach Experten-Schätzung sterben jährlich 300 000 Wale qualvoll
in den Netzen dieser "Beifänger". Die IWC schenkte nun diesem
Problem etwas mehr Beachtung, Dank der "Berliner Deklaration"
und den vielen tausend Wal-Schützern und ihren Organisationen,
die wesentlich zu den sachlichen Diskussionen beitrugen - aber die
Umsetzung und Überwachung der Schutzbestimmungen werden
auch weiterhin ein Problem sein.

Der Druck auf Japan, Norwegen, Island,, Grönland und Russland
den Walfang gänzlich einzustellen darf daher nicht nachlassen.

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Andreas Smiller
Pressesprecher
ECOP-marine
Deutschland

ECOTERRA Intl.

 

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