Walfang-Kommission: Streit über Schutz vor Schleppnetzen

Der bessere Schutz von Walen, die als Beifang in den Fischernetzen ertrinken, war bis zum Mittwochabend auf der Tagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) in Berlin heftig umstritten.

Berlin (dpa) - Die Abstimmung darüber wurde auf den Donnerstag verschoben. Eine entsprechende Resolution soll die Mitgliedstaaten auffordern, mehr gegen den Beifang zu tun. Angestrebt wird zunächst, bessere Zahlen zu erhalten. Die
geschätzte Zahl von jährlich rund 300.000 ertrunkenen Walen, darunter vor allem Delfine und Tümmler, in Fischernetzen wird als zu ungenau angesehen.

Eklat wegen Vorwurf des Stimmenkaufs

Die Verabschiedung der Resolution verzögerte sich, weil sich die Kommission mit dem Vorwurf von Umweltorganisationen auseinander setzen musste, Japan kaufe Stimmen von IWC-Mitgliedern. Die Umweltschützer wurden von der Kommission in deutlichen Worten aufgefordert, sich zu entschuldigen und ein entsprechendes Flugblatt nicht mehr zu verbreiten. Offen ist auch noch die Beratung einer Resolution über den so genannten wissenschaftlichen Walfang, auf den Japan und Island bestehen. Auch darüber sollte erst am Donnerstag abgestimmt werden. Die Konferenz geht am Donnerstag nach vier Tagen Dauer zu Ende.

Neue Schutzgebiete abgelehnt

Gerüchte über einen möglichen Austritt Japans aus der IWC wollten Beobachter nicht bestätigen. Aus Protest gegen den Beschluss zum stärkeren Schutz der Wale hatte Japan immer wieder Debatten bei der IWC-Jahrestagung boykottiert.

Anträge für zwei neue Schutzgebiete im Südatlantik und Südpazifik waren am Dienstagabend auf der Konferenz abgelehnt worden. Die bestehende Schutzzone
für Wale im Südpolarmeer bleibt jedoch erhalten. Die Anträge auf die neuen
Schutzgebiete erhielten nicht die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit.

Walfleisch als Hundefutter?

Umweltschutzorganisationen warfen Japan unterdessen vor, das Fleisch von Zwergwalen und Delfinen auch als Hundefutter zu verwenden. Es sei in mehreren Tierfutterdosen gefunden worden, die aus dem Gebiet südlich von Tokio stammten, teilten die Whale and Dolphin Conservation Society und
die Environmental Investigation Agency mit.

 

 

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