Der Japanische Walfang – eine Bankrott Erklärung unserer Weltordnung

Seit vielen Jahren wird massiv um den Schutz der Wale gestritten. Von den vielen Walfangnationen sind nur zwei Länder übriggeblieben, welche den Willen der restlichen Welt nicht respektieren. Ob Proteste von Walschützern in aller Welt, Aktionen von Walschutzorganisationen oder demokratisch getroffenen Entscheidungen der IWC, die Japaner und Norweger ignorieren oder umgehen am Rande der Illegalität  alles.

Erst im Sommer 2001 wurde Japan erneut wegen der massiven Tötung Hunderter Walen von vielen Nation gerügt.  Diejenigen, welche glaubten das die Regierung Japans den nun deutlicher als je zuvor geäußerten Wunsch der USA, Neuseelands, Australien, Argentiniens, der  Europäischen Ländern und vieler anderen Respekt zollt, mussten sich eines bessern belehren lassen.

Japans Fischereibehörde kündigt im Januar 2002 nicht die Einstellung der Waljagd an, sondern dass man die Anzahl der im Nordpazifik getöteten Wale gegenüber dem Vorjahr fast zu verdoppeln will, um Daten für das im Jahr 2002 geplante „großangelegte, wissenschaftliche Walfangprogramm“ zu erhalten.

Und so fuhren die ersten der weltweit verhassten Fangschiffe von den Hafenanlagen in Hiroshima, den Präfekturen Miyagi und Yamaguchi aus, um in den nächsten Wochen erneut 160 Wale im Nordwestpazifik zu töten. Mit dem ignorieren des Walfangverbotes, willkürlich selbst gesetzten Fangquoten und vorgeschobenen unsinnigen Forschungen, um an den getöteten Walen die Gründe für das Aussterben der Meeressäuger herauszufinden, zeigen mit welch erschreckender Arroganz Japan auf die übrige Welt herabschaut und jeden Imageschaden bewusst in Kauf nimmt.

Die Regierung Japans schreckt wiederholt nicht davor zurück seine Walfangflotte in das internationale Schutzgebiet der Antarktis zu schicken, wo Japaner bereits Hunderte von Walen abgeschlachtet hat. Was geht vor in einer Nation, welche auf der einen Seite eine der höchsten technolaisierten Nation dieser Welt ist und auf der anderen Seite einen mittelalterlichen Umgang mit unserer Umwelt betreibt.

Die derzeitige Regierung Japans lässt keinen Optimismus zu, aber die kulturelle Entwicklung der Bevölkerung last Hoffnung aufkommen . Immer mehr japanische Touristen interessieren sich für Walbeobachtungstouren und die Fischer haben sich in einigen Orten darauf eingestellt. In dem japanischen Küstenort „Ogata“ wurde bereits eine Whale-Watching Zentrale eingerichtet, in welchen die Touren vermittelt werden.  Herr Yasuhiro Nonoshita, Chef der Zentrale zeigt sich optimistisch, obwohl das einrichten von Whale-Watching Touren nicht ganz unproblematisch war.

Im Nachbarort macht man nämlich weiter Jagd auf Wale. Mit modernen Booten hetzt man Delfine und Kleinwale über das Meer und wirft Lanzen in die erschöpften Tiere. Kein schneller Tod, denn durch den Treffer einer Lanze stirbt das Tier nicht sofort. Eine halbe Stunde kann es dauern bis ein Delfin verblutete ist und stirbt.  In Ogata und der nahen Umgebung haben aber bereits 50 Fischer vom Wal- und Delfinfang auf Whale-Watching umgestellt. Einer von Ihnen ist Herr Herr Nagaoka, welcher angibt selber zirka 4.000 Wale geschossen zu haben und nun die Harpune aus der Hand gelegt hat. Die Küstenorte mit Whale-Watching Angeboten profitieren hiervon im ganzen, denn wenn ein Ort Wale vor der Küste hat, so gilt dies als Zeichen für sauberes Wasser und intaktes Ökosystem.

Die Whale-Watching Touren sind aber nicht immer für die Touristen ein bleibendes Erlebnis. Gut jede zweite Tour geht zu Ende ohne auch nur einen einzigen Delfin oder Wal gesichtet zu haben. Zur stark wurden die Meeressäuger in den letzten Jahren bejagt, an den Rand der Ausrottung getrieben. Oft sind einige Rundkopfdelfine das einzige was die Touristen zu sehen bekommen und dann sind meistens die Delfinjäger der Nachbarorte nicht weit.

Etwas was man den meist einkommensschwachen und Fischern kaum verübeln kann, berücksichtigt man die bewusste Informationspolitik der japanischen Regierung. Diese behauptet immer noch das die Wale getötete werden müssen, da diesen den Fischern den Fisch wegfressen und somit für deren Einkommensrückgang verantwortlich seien. So auch Herr Morimoto, welcher aus Sorge um die Fischbestände höhere Fangquoten für Wale fordert.

Von der inzwischen international angeprangerten Vergabepolitik japanischer Entwicklungshilfe und Subventionen an verarmte Mitgliedstaaten der IWC, wird hier in Japan nicht viel geredet. Immer noch besteht die Gefahr das einige der Karibikstaaten, welche sich wirtschaftlich in japanischer Abhängigkeit gebracht haben, im Interesse Japans für eine Wiederaufnahme des Walfanges abstimmen, da ihnen ansonsten Sanktionen von Japan drohen. Japan hat in den letzten Jahren die Walfangflotte massiv aufgerüstete, im Oktober 2002 soll sogar ein eigens für den Erhalt von Informationen über die Wanderrouten und Tauchtiefe der Wale konzipierter Satelliten ins All geschossen werden.

Ein Verlust dieser Investitionen wird man mit allen Mitteln versuchen zu verhindern. Entsprechend macht Japan im eigenen Land Propaganda für die Jagd auf Wale. „100 Tonnen Fleisch gibt uns ein einziger Pottwal, Fleisch das unser Land braucht“, so ein japanischer Walfänger. Das Walfleisch in Japan schon lange keine große Bedeutung in der täglich Ernährung mehr hat wird ebenso verschwiegen wie das der Appetit der Japaner auf Wal inzwischen massiv zurück gegangen ist.

Dies hat verschiedene Gründe. Zum einem ökonomische, denn Walfleisch ist nun einmal in Japan sehr teuer, 3000 yen (26 Euro) das Kilo. Zum anderen ändert sich auch in Japan die kulturelle Einstellungen. Der größte Auslöser wird jedoch die immer höhere Belastung des Walfleisches mit Schwermetallen wie Quecksilber, Blei und Arsen sein. Japan hat die Grenzwerte für derartige Gifte hoch angesetzt, dennoch musste Pottwalfleisch aus der Fangsaison 2000 aus dem Konsum genommen werden, da der Gehalt an Quecksilber den Grenzwert um das dreifache überstieg. Fischfressende Zahnwale reichern mehr dieser Gifte in ihren Körpern an als Bartenwale welche sich von Plankton ernähren. Der derzeitige Grenzwert beträgt 0,4ppm. Der Gehalt in Pottwalen beträgt durchschnittlich 1,57 ppm, der in Zwergwalen 0,21 ppm. 

Trotzdem will Japan auch weiterhin Zahnwale jagen. Das Institut für Cetacean Forschung in Tokio berichtete, dass den japanischen Fischmärkte im Zeitraum zwischen Juli und August 2001 750 Tonnen Walfleisch zum Verkauf bereit hielten, jedoch nur insgesamt 220 Tonnen veräußern konnten. Vor allen junge Menschen stellen den Verzehr von Walfleisch immer mehr in Frage. Die Regierung reagierte bereits auf diese Entwicklung und versucht gegenzusteuern. So werden junge Menschen ermuntert Walfleisch zu verzehren und  für Schulen wurden sogar spezielle Kontingente Walfleisch bereit gestellt, damit auch die Kleinsten gleich auf den Geschmack von Artenausrottung und Schwermetalle kommen.

Wie groß der Anteil in der japanischen Bevölkerung ist, welche eine Jagd auf Wale generell in Frage stellt kann nicht gesagt werden, aber diese Gruppe wächst. Hinweise darauf sind nicht nur das neue Interesse an der unblutigen Beobachtung der intelligenten Meeressäuger und der Rückgang des Konsums von Walprodukten. Sondern vor allen die immer größeren Anstrengungen der japanischen Regierung den Walfang im eigenen Land zu rechtfertigen.

Zu solchen Anstrengungen zählen auch die Feiern zum Auslaufen und zur Rückkehr der Walfangflotten. Volksfestartig wird hier der Walfang gefeiert. Wackeln Plastikwale auf den Schiffen und spielen Blaskappelen. Die Besatzung der Schiffe trägt militärisch wirkende Uniformen und gibt wahrheitswidrige Auskünfte über den Walfang die einem die Nackenhaare Hochstehen lassen.

Atsuo Aaabe, Harpunier auf einem der modernesten Walfänger Japans sagte; „ich habe nur eine Sekunde Zeit den Wal  ins Visier zu nehmen, treffe aber trotzdem zielgenau die inneren Organe wodurch der Wal nicht lange leiden muss.“ In einer Sekunde ein sich bewegendes und schwankendes Ziel so präzise zu treffen ist eine schier unglaubliche Behauptung.

Beobachtungen von Walschützern, welche ein Stundenlanges leiden der Tiere beschreiben, stehen glaubwürdig dagegen.So sind Beispielsweise die Harpunen der Japaner für die Jagd auf Großwale ausgerichtet. Beim harpunieren von Zwergwalen kommt es deshalb immer wieder dazu, dass durch die gewaltige Durchschlagskraft der Harpune, der Wal durchschlagen wird und die Harpune auf der anderen Seite des Tieres wieder austritt.

Der Sprengsatz, welche das Tier schnell töten soll, explodiert dann nicht im Wal, sondern hinter dem Tier. Trächtigen Walkühen werden an Bord der schwimmenden Schlachthöfe noch lebende Föten aus der Gebärmutter geschnitten. Immer wieder wird von Walen berichtet, welche sich von den Harpunen wieder losrissen und mit großen klaffenden tödlichen Wunden abtauchten. Die Behauptung eines schnellen leidlosen  Todes erscheint im diesen Licht als verächtliche  Verhöhnung intelligenten fühlenden Lebens. Der japanische Walfang ist einer der größten Skandale unseres Zeitalters.

Eine einzige Nation spricht der restlichen Welt das Recht ab eine Bedrohte Art zu retten. Ignoriert geltendes internationales Recht und manipuliert demokratische Entscheidungsprozesse. Japan stellt sich damit gegen den Rest der Welt, gegen die Vernunft und zeigt das es keinen Respekt vor der dem Bemühungen unsere natur kommenden Generationen zu erhalten. Dabei bewegt sich Japan auf ganz dünnem Eis, denn Wirtschaftlich ist Japan von den Absatzmärkten in den USA und Europa abhängig. Märkte deren Konsumenten den Wal lieber im Meer als auf dem Teller sehen. Viele Nationen haben bereits energisch auf das skrupellose Vorgehen Japans reagiert. Hier nur zwei Beispiele:

- Nach dem Ausweitung der japanischen Waljagd auf Pott-  und Brydewale untersagt die U.S. Regierung japanischen Schiffen der Zugang zu U.S. Fischereigebieten.

- Die Regierung Argentiniens lud erst kürzlich zu einer offiziellen Pressekonferenz ein und klagte die Tötung von international geschützten Walen durch Japan in einem Schutzgebiete an, welches auch durch die Initiative Argentiniens in Leben gerufen wurde.

Was für einen Sinn macht es wenn sich viele Nationen vorbildlich und demokratisch für den Schutz unserer Umwelt entscheiden, ein Schutzgebiet für Um- und Tierwelt ausrufen, wenn ein einziges Volk diese Entscheidungen mit Füßen tritt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Berichte der Medien und Walschützer über den respektlosen Massenmord der Japaner an den Walen so viele Menschen erreichen, dass endlich den vielen Aufrufen zu Boykotten japanischer Produkte Taten folgen.

ECOP-marine hat verschiedene japanische Konzerne, welche Produkte auch an europäische Konsumenten verkaufen wollen, um eine Stellungnahme zum Japanischen Walfang gebeten. Bislang blieben diese Anfragen ohne jede Resonanz. Eine Liste der angeschriebenen Unternehmen, sowie eingehende Reaktion, werden wir hier in Kürze online stellen.

Quellen der Informationen: Marito Atsumi, IWC, GP international, wdcs, New Scientist magazine, wissenschaft.de, kyodo

 

 

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