11.06.2007

Sägefische schaffen in Den Haag Sprung auf CITES-Liste Anhang 1

Sieben Sägefisch-Arten gibt es weltweit. Habitatverlust, Befischung und Handel haben diese Plattenkiemer an den Rand der Ausrottung gebracht. Jetzt haben sie den Sprung auf Anhang I von CITES geschafft.

Sägefische zählen zu den am meisten bedrohten Plattenkiemern (Elasmobranchier) überhaupt. Ursprünglich weit verbreitet in küstennahen, flachen Meeresgebieten, Flussmündungen, großen Flüssen und manchen Seen, ist ihr Bestand mittlerweile stark bedroht. Zum einen macht die geringe Reproduktionsrate Sägefische besonders empfindlich gegenüber starker Befischung. Zum anderen sind die Tiere aufgrund ihres Rostrums (Säge) problemlos zu fangen. Ihr sägenartiger Oberkieferfortsatz verheddert sich leicht in den Netzen der Fischer - oft als ungewollter Beifang. Aber Beifang ist problematisch, denn einmal im Netz, werden Sägefische nur selten wieder freigelassen. Schließlich sind sie jede Menge Geld wert. Das Rostrum der Sägefische wird als Kuriosität an Touristen verkauft, ist Bestandteil von Produkten der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) oder dient als Ausgangsmaterial für Sporen, die bei Hahnenkämpfen zum Einsatz kommen.

Kenia und die USA hatten im Rahmen der 14. CITES-Konferenz in Den Haag den Antrag gestellt, alle sieben Arten der Familie Pristidae auf Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens zu listen. Damit wäre ein Handel mit diesen Tieren nicht mehr möglich. Die beiden Antragsländer erhielten breite Unterstützung für ihren Vorschlag. Deutschland, das im Namen der EU spricht, signalisierte ebenfalls seine Zustimmung. Aber es gab auch Gegenstimmen - China und Qatar versuchten den Prozess zugunsten des Handels zu beeinflussen. Dennoch ziehen die Sägefische mit der geforderten zwei Drittel Mehrheit in Anhang I von CITES ein. Allerdings nur sechs Arten, denn einen kleinen Wermutstropfen müssen Naturschutzorganisationen hinnehmen: Australien, Ursprungsland des Süßwasser-Sägerochens (Pristis microdon), fordert Pristis microdon lediglich auf Anhang II zu setzen. So ist weiterhin geringfügiger und stark kontrollierter Handel mit lebenden Exemplaren dieser Art möglich, deren Population in Australien stabil ist.


 

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