Todeszone im Golf von Mexiko wächst

27. Apr 15:11

Der Mississippi spült große Mengen Nährstoffe ins Meer.

Foto: Nasa-GSFC

Jedes Jahr entsteht im nördlichen Golf von Mexiko eine sauerstoffarme «Todeszone». In diesem Jahr könnte sie an Größe zulegen.


Im Januar und Februar dieses Jahres war der Mississippi-Zufluss in den Golf von Mexiko stärker als während des gesamten Vorjahres. Biologen befürchten, dass die jährlich entstehende «Todeszone» größere Bereiche des Gewässers ersticken könnte.
Die Schichtung des eingeströmten Süßwassers und des schwereren Salzwassers könnte die Sauerstoffarmut verstärken», sagt Steve DiMarco von der US-amerikanischen Texas A&M University. Besonders betroffen sei die Lebensgemeinschaft am Grund des Gewässers, weil dort die größte Sauerstoffnot herrschte.

Dieses Jahr ist sie früher entstanden als in den Vorjahren, berichten die Forscher. «Wir haben im letzten Jahr keine Sauerstoffnot bis Juni festgestellt und fanden sie dieses Jahr bereits im März», sagt DiMarco. Normalerweise nimmt die Sauerstoffkonzentration erst am Ende des Frühjahrs ab. Mit Schmelz- und Niederschlagswasser gelangen bis dahin große Mengen Nährstoffe ins Meer, die das Algenwachstum fördern. Die Sauerstoffnot entsteht durch den Abbau des Pflanzenmaterials.

Die Zone, in der der Sauerstoff fast vollständig aufgezehrt wird, erreicht jedes Jahr eine Größe von rund 15.500 Quadratkilometern. Sie erstreckt sich entlang der Küste des US-Bundesstaates Louisiana, wo die Flüsse Mississippi und Atchafalaya ins Meer münden. Die Forscher um DiMarco wollen ihre Messungen im Mai, Juli, August und Oktober wiederholen, um die Entwicklung der diesjährigen Sauerstoffbilanz im Golf von Mexiko zu verfolgen. (nz)

 

 

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